Kolloquium
Online-Sitzung

Positionalität und Leistung: Offenlegung von Geheimdienstinformationen in der ukrainischen Nation-Branding-Strategie

November 27, 2025

16:00 Uhr.

CET

Online

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Die dritte Sitzung der Herbst/Winter-Reihe des Virtual Routes-Kolloquiums veranstaltet Quentin Jalabert von der Universität Leiden. Quentin wird seine Forschungsarbeit zum Thema “Positionality and Performance: Intelligence Disclosure in Ukraine's Nation-Branding Strategy” vorstellen. Peter Schrijver (Niederländische Verteidigungsakademie, Universität Leiden) wird als Diskutant fungieren.

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Zusammenfassung:

Die Untersuchung der Offenlegung von Geheimdienstinformationen hat sich weitgehend auf ihre Rolle bei der Festlegung und Aufrechterhaltung internationaler Normen (Carnegie und Carson 2019; 2020; Pauly und Nutt 2021), ihren Einsatz in der Zwangsdiplomatie (Riemer 2021; Sobelman und Riemer 2023) oder als Instrument zur Unterstützung außenpolitischer Entscheidungen (Dylan und Maguire 2022; Schrijver 2024) konzentriert. Dieser Artikel schlägt jedoch vor, über das allgemein zugeschriebene Motiv hinter einigen der ukrainischen Geheimdienstenthüllungen - nämlich die Schaffung eines kohärenten Narrativs, um internationale Unterstützung zu gewinnen - hinauszugehen, indem er sich mit ontologischen Sicherheitsstudien befasst und auf die Theorie des Nation-Branding zurückgreift, um unser Verständnis der ukrainischen Strategie nach 2014, sich innerhalb des internationalen Systems neu zu positionieren, zu informieren.

Sie hebt die zentrale Rolle hervor, die Geheimdienstinformationen für den anfänglichen Erfolg dieser Strategie in den Jahren nach Russlands vollständigem Einmarsch in die Ukraine gespielt haben. Diese Enthüllungen ermöglichten es den ukrainischen Behörden, ihre Handlungsfähigkeit zu behaupten und sich als unabhängiger, verantwortungsvoller Akteur in der Weltpolitik zu präsentieren, während sie gleichzeitig zur dialektischen Stigmatisierung Russlands beitrugen. Dieser doppelte Effekt unterstützte das erfolgreiche Rebranding der Ukraine.

Das Rebranding der Ukraine wird hier als Versuch verstanden, sich von der kolonialen Brille zu lösen, die historisch die Wahrnehmung der erwarteten Rolle und der zugewiesenen Position des Landes in der internationalen Ordnung geprägt hat. Anhand des ukrainischen Falles zeigt dieser Artikel, dass die Offenlegung nachrichtendienstlicher Informationen unter bestimmten Umständen von subalternen Staaten als Teil einer umfassenderen Strategie zur Veränderung ihrer Position innerhalb internationaler Hierarchien genutzt werden kann.

Sprecher

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