Welche Rolle spielt die politische Ökonomie in der Cyber-Statecraft? Nationalstaaten entwickeln, üben und beschränken den Einsatz von offensiven und defensiven Fähigkeiten im Cyberspace, um ihre strategischen Ziele zu erreichen. Dabei sind sie auf eine Reihe privater Akteure angewiesen; die Fähigkeit eines Staates, diese zu zwingen, wird durch strukturelle Variablen wie Vertrauen, gegenseitige Abhängigkeit und Macht in den Beziehungen zwischen Staat und Staat sowie zwischen Staat und Privatpersonen bestimmt. Wir analysieren diese Beziehungen anhand eines konzeptionellen Rahmens, der politisches, soziales, wirtschaftliches und technologisches Vertrauen im Cyberspace als Informationssystem theoretisiert.
Bei der Gegenüberstellung chinesischer und westlicher Cyber-Ökosysteme stellen wir fest, dass die Nutzung der politischen Ökonomie im eigenen Land der Schlüssel zur Projektion nationaler Cyber-Macht ist - auf Kosten negativer struktureller Ergebnisse wie Asymmetrie, Volatilität und potenzieller Fragmentierung im Cyberspace. Es werden Auswirkungen auf Zwangs- und Kooperationsstrategien und die Zukunft der Cyber-Statecraft diskutiert.