Die vierte Sitzung der Winter-/Frühjahrsreihe des Virtual Routes-Kolloquiums findet mit André Barrinha von der University of Bath statt. Quentin E. Hodgson von RAND wird als Diskutant fungieren.
In den letzten zwei Jahrzehnten haben die Staaten die Bedeutung des Cyberspace als strategisches Umfeld erkannt. Viele wissenschaftliche Arbeiten haben die konkreten Dimensionen staatlicher Cyber-Aktivitäten wie offensive Cyber-Operationen, die Entwicklung von Cyber-Kommandos und das Aufkommen der Cyber-Diplomatie analysiert. Allerdings fehlt in der Literatur eine adäquate konzeptionelle Systematisierung, um die Fülle der Optionen, Handlungen und Praktiken, die Staaten in diesem Umfeld zu strategischen Zwecken einsetzen, vollständig zu erfassen. Dies führt in der Tat dazu, dass das konzeptionelle Instrumentarium für die Wissenschaft und die Politik unzureichend ist. Die vorliegende Arbeit befasst sich mit diesem Problem, indem sie eine Forschungsagenda vorschlägt, die sich auf das Konzept der Cyber-Statecraft konzentriert, d.h. auf eine Reihe von staatlich geführten Versuchen, durch Interaktion mit anderen Akteuren Ziele im strategischen Cyber-Umfeld zu erreichen. Die Studie liefert drei Hauptbeiträge zu dieser Literatur. Erstens bietet er eine präzise und umfassende Definition von Cyber Statecraft und grenzt das Konzept von verwandten Begriffen ab. Zweitens wird ein konzeptionelles Modell entwickelt, das die Untersuchung von Cyber Statecraft durch ‘Repertoires’ - die Handlungen von Akteuren und ihr Wissen über die Ausführung - im strategischen Bereich des Cyberspace verbessert. Schließlich wird eine Forschungsagenda aufgestellt, die zur methodologischen und theoretischen Vielfalt einlädt.
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